Bezirksverband Spandau der Kleingärtner e. V.
Tipps für den Garten
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Verfasst am 02.12.2019 um 09:00 Uhr

Gemüseanbau – Bunte Vielfalt im Garten

Mischkultur, Fruchtfolgen, Anbaupläne 

Gemüse aus dem eigenen Garten ist nicht nur frisch, es hat auch den großen Vorteil, dass man weiß wo und wie es angebaut wurde. Darüber hinaus können wir die natürliche Pflanzenentwicklung von der Aussaat bis zur Ernte verfolgen und uns daran erfreuen.


Standortverhältnisse
Für eine gesunde und reiche Gemüseernte im Garten, ist es wichtig verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. So sollten Sie die Gemüsepflanzen nur an einen sonnigen Standortpflanzen, denn nur dort können sich die Pflanzen optimal entwickeln. An Standorten mit zu wenig Sonne wachsen die Pflanzen dagegen nicht so gut und auch die Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten wird geschwächt. Zudem sollte der Standort genügend durchlüftet sein, um möglichen Pilzkrankheiten vorzubeugen.

Auch der Boden spielt eine entscheidende Rolle. Er sollte möglichst gut zu bearbeiten sein, über Lehm- und Sandanteil verfügen sowie einen Humusgehalt von ca. 5 % aufweisen. Bei schweren Böden können Sie vom natürlichen Prozess der Frostsprengung Gebrauch machen und Ihren Gartenboden im Herbst umgraben. Nach jeder Ernte sollten Sie auch dafür sorgen, dass der Boden wieder mit ausreichend Nährelementen angereicht wird, damit auch die neuen Kulturen ausreichend Nahrung bekommen. Das können Sie vorzugsweise mit einem organischen Dünger erreichen. Vorteilhaft ist auch eine Düngung. mit Gründüngungspflanzen (z.B. Lupinen), die den Luftstickstoff binden können, die Erosion verhindern und den Boden lockern.


Anbauplanung
Eine gute Planung der Anbaufläche verlangt im Vorfeld ein paar Überlegungen, etwa auf welchen Flächen angebaut werden soll, ob sich die Kulturen positiv oder negativ beim Nährstoffbedarf und Wurzelverträglichkeiten beeinflussen oder wie lange die Kulturzeit der einzelnen Kulturen ist. Bei der Pflanzung beziehungsweise bei der Aussaat der Gemüsepflanzen, sollten Sie immer auf den richtigen Pflanz und Reihenabstand achten. Zudem sollten die Sorten gute Ertrags- und Qualitätseigenschaften sowie gewisse Resistenzeigenschaften gegenüber Krankheitserregern und Schädlingen besitzen.


Richtige Kulturfolge
Die Kulturfolge ist der aufeinanderfolgende Anbau, mit geplantem Wechsel von Gemüsearten auf ein- und demselben Beet während einer Vegetationsperiode. Kurz: „Die Abfolge mehrerer Gemüsearten auf einem Beet in einem Jahr“. Die Einteilung der Kulturfolge erfolgt in Vor-, Haupt- und Nachkultur. Ein Beispiel für eine gute Kulturfolge wäre:


• Vorkultur: Radis, Spinat
• Hauptkultur: Tomaten, Gurken, Kohl
• Nachkultur: Spinat, Feldsalat


Mischkultur

Der Ursprung der Mischkultur liegt in der Natur selbst. Bei der Mischkultur bzw. dem Mischanbau im Garten, werden zwei oder mehrere unterschiedliche Gemüsekulturen gemeinsam auf einem Beet angebaut. Die Pflanzen sollen sich so positiv durch Duft- und Wurzelausscheidungen im Pflanzenschutz, bei der Düngung oder Erntezeit beeinflussen. Bei falscher Kombination sind jedoch auch nachteilige Effekte möglich. Eine gute Kombination sind Zwiebel und Möhren zum Schutz gegen die Möhrenfliege. Schlechte Kombinationen wären dagegen Erbsen mit Zwiebeln, Gurken zusammen mit Radieschen oder Tomaten und Kartoffeln. Bei Mischkulturen wird die gärtnerische Fläche intensiv und optimal genutzt.

Mischkultur-Effekte

• Die Partnerpflanzen sind attraktiv für Nützlinge (sie locken Bienen, Hummeln und weitere Insekten an, die Blüten bestäuben).

• sie geben Duftstoffe ab, die Insekten verwirren und vertreiben.

• sie erschweren Schädlingen das Auffinden ihrer Wirtspflanzen, indem sie eine Barriere bilden oder das gesuchte Gemüse tarnen.

• sie locken Schädlinge von der Partnerkultur weg.

• ihre Wurzeln scheiden Stoffe aus, die die Bodengesundheit fördert.

• sie schützen empfindliche Pflanzen vor Wind und Kälte.

• sie dienen dem Partner als Stütze.

• sie bedecken den Boden und unterdrücken Wildkräuter.

• sie beschatten den Boden und sorgen so für eine gleichmäßige Wasser- und Nährstoffversorgung.

• sie binden Luft-Stickstoff und reichern den Boden mit diesem wichtigen Nährstoff an.

• sie holen Nährstoffe aus dem Unterboden und schließen sie auf.


Fruchtwechsel
Was versteht man unter Fruchtfolge? In einer Kurzform: „Wer nach wem kann und darf.“ Der Zeitraum der Fruchtfolge ist für ein Jahr bestimmt. Sie sollten bei der Fruchtfolge die Nährstoffansprüche und die Dauer der Kultur beachten. Einige Beispiele der Familienzugehörigkeit von Gemüse für die richtige Fruchtfolge:
• Kreuzblütengewächse (z.B. Kohl)
• Doldenblütengewächse (z.B. Möhren)
• Gänsefußgewächse (z.B. Mangold)
• Korbblütengewächse (z.B. Salate)

Mitglieder derselben Familien sollten nur alle drei bis vier Jahre auf dasselbe Beet gesetzt bzw. gepflanzt werden. Ziel der Fruchtfolge ist es die Ertrags- und Qualitätssicherung durch Minimierung von Anbaurisiken zu vermeiden. Warum sollte man Fruchtwechsel betreiben? Weil durch einen dauerhaften einseitigen Anbau von Gemüse die Erträge zurückgehen. Gründe für diesen den Ertrags- und Qualitätsrückgang können sein:


• Unverträglichkeiten von Pflanzen (toxisch wirkende Stoffwechselprodukte)
• einseitigen Verbrauch von Nährstoffen
• einseitige Durchwurzelungstiefe
• einseitige Schaderreger


Zusammenfassung der wichtigsten Wachstumsfaktoren

Wachstumsfaktor
Eigenschaft/Aufgabe
Wasser
- Aufnahme und Transport von Nährstoffen und
 Assimilaten
- Erhaltung des Zelldruckes
- zur Regulierung der Verdunstung
- Biochemische Reaktionen
- ist ausschlaggebend für Ertrag, Wachstum und
 Qualität
- ist in der Pflanzenmasse zu 75-95% enthalten
Licht
- beeinflusst die Photosynthese
- Zusatzlicht oder Verdunklung zur Steuerung des                  
 vegetativen und generativen Wachstums  
 (Langtagspflanze/Kurztagspflanze)
Temperatur
-optimale Temperatur während der    
  Jungpflanzenzucht beachten („Schossen“)
Boden- lehmigen Sandboden und sandigen Lehmboden
- pH-Wert von 6,5 bis 7,5
- Humusgehalt von 6-7%
- gute Wasserführung
- stabile Struktur
- Erhaltung der Bodengare
- schwere Böden tief bearbeiten
- Bodenuntersuchung
Düngung/Nährstoffe- richtige Stickstoffmenge
- unter Glas CO2 Düngung
- pH-Wert beachten
- Gesundkalkung


Sven Wachtmann
Vorstandsmitglied für Fachberatung


Fotos Naturgarten: Grüne Liga e. V. 

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