Bezirksverband Spandau der Kleingärtner e.V.  
 
 
 
 
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Die Historie des Bezirksverbandes Spandau der Kleingärtner e.V.

Gründung


Die um 1900 zunehmende Zahl von Zuwanderungen verursachte Enge und Raumnot in Berlin. Diese weckten bei den davon Betroffenen den verständlichen Wunsch, ein Stück Land zu besitzen, das erstens zur Ernährung der Familien beitragen könnte, zum Anderen aber - und das war noch wichtiger - als ein abgeschlossenes Plätzchen in der Natur Ruhe und Erholung spendete. So wurden nach Schleifung der Festungswälle in jener Zeit die ersten Kleingärten auf dem bisher brachliegenden Ackerland angelegt.
Findige Köpfe verstanden es, sich durch die Verpachtung von Kleingartenparzellen eine neue Einnahmequelle zu erschließen. Der Pachtzins wurde beliebig festgesetzt. Zusätzlich sollte die Einrichtung von Kantinen in den entstehenden Kolonien die Einnahmen erhöhen.
Um diesen Auswüchsen zu begegnen, schlossen sich die Kleingärtner zu Vereinen zusammen. Sie forderten vernünftige vertragliche Regelungen für ihre Kleingartenparzellen. Die Erkenntnis, dass größere Macht auch größere Sicherheit und mehr Schutz bedeutet, veranlasste die bestehenden Vereine, zur Vertretung ihrer Interessen 1912 den "Stadtverband der Kleingärtner und Siedler von Spandau und Umgegend" ins Leben zu rufen. Die erste Geschäftsstelle befand sich in der Roonstraße. Erster Vorsitzender war der Gartenfreund Wartenberg, sein Stellvertreter der Gartenfreund Niete aus der Kolonie Tsingtau.

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die Anfangsjahre


Die Rührigkeit des Vorstandes konnte dem neuen Verband innerhalb unseres Bezirkes bald die gewünschte Geltung verschaffen. Bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges fasste er 30 Kleingarten-Vereine zusammen. Auch in anderen Vororten und in Berlin selbst hatte sich das Kleingartenwesen weiterentwickelt. Die überall entstehenden sogenannten Ortsverbände der Kleingärtner gründeten um die Jahrhundertwende als Dachorganisation den "Provinzialverband der Kleingärtner und Siedler" mit Sitz in Berlin. Da somit das Kleingarten- und Siedlungswesen auch Angelegenheit der Gemeinden bzw. des Staates wurden, verabschiedete der Deutsche Reichstag im Juli 1919 die "Kleingarten- und Kleinpachtlandordnung" KGO. Diese findet zum großen Teil noch heute Anwendung im Kleingartenrecht.
Die in Folge abgeschlossenen neuen Generalpachtverträge schalteten private Generalpächter aus, setzten neue Pachtpreise fest und zogen die Neugründung einer Reihe von Kleingartenvereinen nach sich. Die Stadtverordnetenversammlung beschloss, dem Verband Teile des stadteigenen Geländes zur Anlage von Kleingärten zu überlassen. Nun war es möglich, vielen Spandauern einen Flecken Erde und Natur zur Erholung und darüber hinaus durch den Kleingarten einen Beitrag zur Familienernährung zu geben.

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die Jahre 1918 bis 1932


Nach Beendigung des Krieges 1914 - 1918 waren viele Zugereiste aus allen Teilen des Landes, die in Spandau in der Rüstungsindustrie gearbeitet hatten, sesshaft geworden. Da der Wohnungsbau bis 1925 vollständig darniederlag, suchten viele Familien einen Kleingarten, in dem sie gleichzeitig wohnen konnten. Sie bauten die Lauben zu Wohnlauben aus. Da jeder nach eigenem Ermessen und teilweise ohne Berücksichtigung hygienischer Erfordernisse baute, wurden Wohnlauben in ganz Berlin zu einem Problem. Seit 1958 besteht in unserem Bezirk die Bestimmung, dass Wohnlauben auf kleingärtnerisch genutztem Gelände nicht mehr zu Wohnzwecken verwendet werden dürfen.
1924 erhielt der Provinzialverband Groß-Berlin mit seinen sämtlichen Verbänden die Gemeinnützigkeit, so auch unser Spandauer Bezirksverband. Durch den ständigen Zustrom von Mitgliedern wurden die Geschäftsräume in der Roonstraße zu klein. Es wurde beschlossen, auf dem schon vorher von der Stadt Spandau gepachteten Gelände am Bahnhof Spandau-West ein Verbandshaus zu errichten. Im Frühjahr 1929 konnten die neuen Geschäftsräume bezogen werden.

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die Jahre 1933 bis 1945


Nach der Machtübernahme durch die Nazis wurden die meisten Vorsitzenden und sonst tätigen Mitglieder unserer Kleingartenvereine abgelöst und durch nationalsozialistische Funktionäre ersetzt. Auch der Name des 'Reichsverbandes der Kleingartenvereine Deutschlands' wurde in 'Reichsbund der Kleingärtner und Kleinsiedler Deutschlands e.V.' und der 'Berliner Provinzialverband' in 'Landesbund Berlin-Brandenburg der Kleingärtner' umbenannt, dem sich auch der Bezirks-Verband Spandau anzuschließen hatte. Die Bedeutung des Kleingartenbaus ist auch in den Kriegsjahren stets gestiegen. Viele freie Flächen und Ruinengrundstücke wurden als so genanntes 'Grabeland' in Kleingartenpacht vergeben. In den Jahren 1933 bis 1945 wurden die verschiedensten gesetzlichen Bestimmungen erlassen, die den Kündigungsschutz, den Preisschutz und die Erweiterung des sachlichen Geltungsbereiches der KGO regelten.
Bei der nationalsozialistischen Machtübernahme im Jahre 1933 waren dem Bezirksverband etwa 130 Vereine angeschlossen. Der Zusammenbruch 1945 bedeutete dann die Auflösung aller bestehenden kleingärtnerischen Organisationen.

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Nachkriegsjahre


Die ersten Wegbereiter des neuen Bezirksverbandes waren die Gartenfreunde Alfred Schuster aus der Kolonie Sophieninsel und Walter Herrmann aus der Kolonie Heerstraße. Eine im ausgeplünderten Vereinshaus gefundene Mitgliederliste bildete die Grundlage zur Einberufung der ersten Delegiertenversammlung am 27. April 1946 im Vereinshaus der Kolonie Tsingtau. Am 23. Februar 1948 fand die Neuwahl des Vorstandes statt. In dieser Delegiertenversammlung waren 90 Vereine durch 155 Delegierte vertreten.
Neue Generalpachtverträge und Unterpachtverträge waren abzuschließen, die rege Nachfrage nach Grabeland zu befriedigen, sowie während der Berlin-Blockade durch die Ausgabe von Saatgut die Nutzung von Kleingärten weiterhin zu gewährleisten. Gerade in diesen schweren Jahren dachten die Vereine nicht nur an sich und ihr Wohlergehen. Viel Obst und Gemüse wurde für Spandauer Krankenhäuser, Altersheime und Kindertagesstätten zur Verfügung gestellt.
Durch die Normalisierung der Ernährungslage gaben viele Bewirtschafter von Grabeland dieses auf. Damit trat eine ständige Verminderung der Mitgliederzahl ein. Hinzu kam, dass mit Beginn des sozialen Wohnungsbaus Kleingartengelände in immer größerem Umfang zur Verfügung gestellt und geräumt werden musste.

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Gegenwart (Zusammenfassg.)


(den ausführlichen Bericht lesen Sie hier...)

In den vergangenen Jahrzehnten entwickelte sich der Verband zur zentralen Stelle für die Bewertung und Vergabe von Parzellen, Ausarbeitung von Abschätzungsrichtlinien, Abnahme fertiggestellter Laubenneubauten und sonstiger Anlagen, sowie der Verwaltung von Wartelisten der Spandauer Kolonien. Für die Bewältigung der neuen Aufgaben machten sich die Gründung einer Vergabekommission (zusammengesetzt aus drei Mitgliedern des Vorstandes und dem 1.Vorsitzenden der jeweiligen Kolonie), einer Baukommission und die Umstellung der Bürokommunikation auf elektronische Datenverarbeitung (1979) erforderlich.
Am 01.04.1983 wurde die bis dahin geltende Kleingarten– und Kleingartenpachtordnung (KGO), ohne Berücksichtigung der besonderen Situation in der damaligen Inselstadt Berlin, durch das neue Bundeskleingartengesetz (BKG ) abgelöst.
Im Herbst 1985 konnte das "Haus der Spandauer Kleingärtner " eröffnet werden. Der Neubau, der Raum für moderne Büroorganisation und darüber hinaus für kleingärtnerische Veranstaltungen bietet, wurde ausschließlich mit Eigenmitteln der Kleingärtner finanziert.
Dank der konstruktiven Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Spandau wurden in unserem Bezirk nicht nur Kleingärten abgerissen. Im Verlaufe der letzten 15 Jahre konnten 3 neue Kolonien mit insgesamt 104 Parzellen geschaffen, 200 neue Parzellen in bestehenden Kolonien angelegt, sowie durch Gassanierung Kolonien vor dem Abriss bewahrt werden.

Die Anerkennung und das Verständnis, das der Verband für seine Arbeit genießt, ist das Ergebnis jahrzehntelanger Bemühungen eines Teams von ehrenamtlichen Mitarbeitern, einzelner herausragender Persönlichkeiten und eines effizienten, gut eingespielten Büros.
Deshalb sei Dank all denen gesagt, die durch Mitarbeit, sonstigen persönlichen Einsatz oder anderweitige Unterstützung zum Erfolg des Verbandes beigetragen haben.

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