Bezirksverband Spandau der Kleingärtner e. V.
Tipps für den Garten
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Verfasst am 06.03.2018 um 16:13 Uhr

Gartenfachberater – Dienstleister in Sachen Grün

Die Aufgaben der Gartenfachberatung sind interessant und vielfältig. Wie kann sie sich in den Bezirken neu ausrichten, damit sie als Dienstleister für die Mitglieder und die Stadtgemeinschaft tätig und wahrgenommen wird? 


Fachberater auf dem Umweltfest 2016 

Grundlage

Grünes Wissen in die Kleingärten zu transportieren und somit den Gartenfreunden bei der ordnungsgemäßen Bewirtschaftung ihres Schollengrundes mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, ist die satzungsgemäße Aufgabe der Gartenfachberatung. Diese Funktion findet sich auf allen Ebenen der Kleingartenorganisation – vom Bundesverband über die Landes- und Bezirksverbände bis hin zu den Kleingartenvereinen. Laut Bundeskleingartengesetz (§ 2) ist die fachliche Betreuung der Mitglieder eine Voraussetzung für den Nachweis der Gemeinnützigkeit der Organisation. Bei der Novellierung des Gesetzes im Jahre 1994 wurden in § 3 Abs. 1 die Aufgaben des Fachberaters dahingehend erweitert, dass „die Belange des Umweltschutzes, des Naturschutzes und der Landschaftspflege [...] bei der Nutzung und Bewirtschaftung des Kleingartens berücksichtigt werden“ sollen.

Fachliche Vielfalt

Der Aufgabenbereich des Fachberaters in den Kleingartenanlagen ist breitgefächert und verlangt neben Kontaktfreude auch gutes gärtnerisches Grundwissen. Die Funktion des Fachberaters sollte daher vorzugsweise mit Fachleuten besetzt werden, die sich im optimalen Falle inhaltlich ergänzen. Zu den Aufgaben eines Fachberaters gehören:

  • Beratung von Vorstand und Vereinsmitgliedern über naturgemäßes und umweltbewusstes Gärtnern (Mittel und Methoden zur Gesunderhaltung von Pflanze und Boden) im Sinne des Bundeskleingartengesetzes;
  • Durchführung von Fachvorträgen, Demonstrationen, Übungen und anderen Formen der Gartenfachberatung im Verein, Gartenbegehungen;
  • Erarbeitung des Jahresplanes der Gartenfachberatung im Verband;
  • Mitwirkung an der Wertabschätzung von Gärten bei Pächterwechsel;
  • Teilnahme an den Fortbildungsveranstaltungen des Verbandes (Bezirk/Land/Bund);
  • Mitarbeit in „grünen Gremien“ wie z. B. Naturschutz- und Umweltorganisationen;
  • Fachliche Begleitung von Umgestaltungsmaßnahmen in Kleingartenanlagen;
  • Schreiben von Fachbeiträgen in Verbandszeitschriften wie „Gartenfreund“ und „Der Fachberater“ oder Tages- und Wochenzeitungen;
  • Auswertung und Weitergabe von Informationen aus Schulungen und Veranstaltungen;
  • Teilnahme und Absolvierung der Fachberaterausbildung;
  • Weitergabe von Informationen, die bei Schulungen vermittelt werden;
  • Nutzung der Schaukästen mit Kurzinformationen;
  • Erstellung von Informationsblättern, Aufbau von Internetseiten für den Bereich „Grün“;
  • Organisation und Durchführung von Gartenwettbewerben;
  • Betreiben von Landschafts-, Natur- und Umweltschutz;
  • Verbindung zwischen Vorstand und Bezirk festigen und pflegen; Aufbau einer Fachberatergruppe;
  • Beratung bezüglich Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (nur wenn der Einsatz von PSM unbedingt notwendig ist!)
  • Unterstützung der Vereinsmitglieder bei der Einhaltung der kleingärtnerischen Nutzung im Sinne des Bundeskleingartengesetzes


Gartenfachberater als Mitglied des Vorstandes

Da die fachliche Betreuung der Mitglieder durch den Gartenfachberater einen nicht unerheblichen Bestandteil der Vorstandsarbeit bildet, sollte er in den geschäftsführenden Vorstand berufen werden – wie etwa im Landesverband Berlin der Gartenfreunde bereits geschehen. Umgekehrt steht der Fachberater aber auch dem Vorstand als Berater in gartenfachlichen Fragen zur Verfügung.


Ein guter Fachberater überzeugt vor allem durch sein persönliches Auftreten und sein fachliches Wissen. Als Basis kann eine Ausbildung in „grünen“ Berufen wie zum Beispiel eine Gärtnerlehre dienen. Grundwissen insbesondere für die ehrenamtliche Tätigkeit als Fachberater in Kleingartenvereinen wird aber auch in der dreitägigen Fachberaterausbildung des Landesverbandes sowie in den von der Landesgartenfachberatung angebotenen Fortbildungsveranstaltungen vermittelt. Diese finden in enger Zusammenarbeit mit dem Berliner Pflanzenschutzamt statt.


Gedankensammlung zur Neuausrichtung der Gartenfachberatung; Fotos: LV Berlin 

Künftige Aufgaben

Um die Gartenfachberatung aller Berliner Kleingartenvereine qualitativ zu verbessern und beim Einsatz für den Erhalt von Kleingartenflächen auch nach außen verstärkt mit Fachkompetenz zu überzeugen, sollten sich weit mehr Gartenfreunde als bisher ehrenamtlich als Fachberater engagieren.


In allen Kleingartenanlagen sollte der Gartenfachberater in den geschäftsführenden Vorstand gewählt werden. Dies setzt eine entsprechende Formulierung in der Vereinssatzung voraus. Vereinssatzungen, die diesen Passus noch nicht enthalten, können entsprechend geändert werden.

Für eine erfolgreiche und kontinuierliche Arbeit als Gartenfachberater im Verein sollte der Vorstand unbedingt bemüht sein, den Gartenfreund als gleichwertiges Mitglied zu fordern und zu fördern. Denn die Fachberatung ist eine tragende Säule in jedem Vorstand.


Alle neu ausgebildeten Gartenfachberater, seit 2015 waren dies jährlich rund neunzig Gartenfreunde, sollten sich als ehrenamtliche Gartenfachberater in den Vereinen zur Verfügung stellen. Den Vorständen der Bezirksverbände und der Kleingartenvereine kommt in dieser Hinsicht die Verantwortung zu, die als Fachberater ausgebildeten Kleingärtner gezielt einzusetzen. Mit einer Bedarfsanalyse können die Bezirksverbände die Versorgung ihrer Kleingartenanlagen mit Gartenfachberatern zusätzlich unterstützen.


Nur mit einem gemeinschaftlichen und respektvollen Umgang untereinander können wir unseren Verband im inneren und im äußeren Erscheinungsbild stärken. Jedes Vorstandsmitglied sollte sich immer wieder vergegenwärtigen, dass es nicht für sich allein, sondern für die Mitglieder und Berliner Stadtgesellschaft aktiv ist.


Auf eine gute Zusammenarbeit aller Gartenfachberater und Gartenfachberaterinnen sowie den Vorstandkollegen für die Erhaltung der „grünen“ Interessen!


Aufgaben und Ziele der Landesgartenfachberatung


Aus- und Weiterbildung






  • Ausbildung von Gartenfachberatern (inkl. Ausarbeitung und Optimierung eines Ausbildungsplanes)
  • Durchführung von Gartenseminaren und pflanzenschutzlichen Gartenbegehungen (inkl. Ausarbeitung und Pflege einer Themenliste/Referentenliste)
  • Entwicklung neuer Themen für die Fachberatung/Vorstand (z. B. Natur- und Klimagarten, Invasive Arten, Vorstandslehrgang, Neupächterschulungen, Einheitliche Ausbildung von Fachberatern in Berlin und Brandenburg, Bundesweit anstreben)
Wertermittlung


  • Mitarbeit an der Wertermittlungsrichtlinie “Grün“
  • Unterstützung der Ausbildung der Wertermittler „Grün“
Beratung und Information

gartenrechtliche, gartenfachliche, umwelt- und naturrelevante Fragen
Fortbildungsveranstaltungen

Teilnahme an Fachveranstaltungen
Verbände/Organisationen


Zusammenarbeit mit anderen „grünen Organisationen“, z. B. Bahn-Landwirtschaft, Gemeinschaftsgärten, ...
Fachthemen

Schreiben von Fachartikeln
Service und Service „Grün“




  • Beantwortung von Fachfragen, Gartenbesichtigungen, Telefonauskunft, Informationsbeschaffung, Sach- und fachliche Hilfe den Mitgliedern geben, monatliches Infoblatt erstellen
  • Anbieten von Boden- und Pflanzenuntersuchungen
  • Erstellung eines Newsletters zu gärtnerischen Themen
Wettbewerbe

Organisation und Durchführung von Wettbewerben
Schau- und Schulungsgärten

Unterstützung zu fachlichen Themen
Medien


Internet/Zeitung mit fachlichen Themen versorgen und Medien-Beobachtung gewährleisten, Bereitstellung von Bild und Textmaterial
Veranstaltungen

Unterstützung und Durchführung von öffentlichen Aktionen
Mitglieder/Bezirke


  • fachliche Unterstützung geben
  • regelmäßige Sitzungen der BV-Fachberater durchführen (6x im Jahr)
Vorstand

Informationsfluss zwischen Vorstand und Kommission Fachberater sichern
Gartenakademie


für Berlin/Brandenburg schaffen (Gespräche mit BV-Fachberatern, Vorstand, Bundesverband, Pflanzenschutzamt, Politikern führen)
Senat

neue Stelle eines Gartenbeauftragten schaffen als Ansprechpartner zu grünen Themen in der Stadt
Publikationen/Öffentlichkeitsarbeit




neues Informationsmaterial herausbringen, z. B. Das Gartenbuch, Ausbildungsbuch zum Gartenfachberater/Wertermittler „Grün“, Natur- und klimagerechtes Gärtnern; neue Roll-ups und Informationsobjekte zu Gartenthemen schaffen; Öffentlichkeitsarbeit stärken; Gartenfragen für Gartenfreunde, Gartenfachberatung Aktuell
Fachberatertag

Durchführung von Veranstaltungen zu fachlichen Themen
Bundesverband

Zusammenarbeit in der Gartenfachberatung, Kommission Fachberatung



Die Termine der nächsten Fortbildungen finden Sie in der Rubrik Veranstaltungen



Sven Wachtmann

Vorstandsmitglied Fachberatung des Landesverbandes Berlin der Gartenfreunde e.V.